Montag, 10. September 2012

Die sagenhafte Seite der Seiser Alm - Teil 2: Kachler-Hans, der Hexenmeister

Es war ein herrlicher Sommertag in St. Valentin, als ein finster aussehender Knecht das Bauernhaus verließ und eilig seines Weges ging. Alle Leute, die ihm begegneten, wichen ängstlich seinen Blicken aus. Nur diejenigen, die ihn schon von weitem kommen sahen, tuschelten leise: "Schaut nur, dort drüben ist der Kachler-Hans! Ich wette alle meine zwanzig Ochsen, dass er auf den Schlern geht, um mit den Hexen zu tanzen, wenn nicht sogar mit dem Teufel selbst."
Oh ja, liebe Kinder, die Leute aus dem Dorf hatten wirklich recht: Der Kachler-Hans sah zwar aus wie ein einfacher Bauernknecht, aber glaubt mir, in Wirklichkeit war er ein bedeutender Hexenmeister, der die unglaublichsten Zauberkunststücke beherrschte und außerdem noch stark wie ein Bär war.
Stellt euch nur vor, dass der Hans, wenn er sich gerade auf dem Schlern befand, imstande war, mit einem Satz vom Schlerngipfel bis auf den Balkon des Bauernhauses zu springen, nur um rechtzeitig zum Mittagessen seinen Platz am Tisch einzunehmen.
Eines Tages geschah es, dass Hans, vor lauter Wut, einen tonnenschweren Felsbrocken, den "Tschonstoan", ganz einfach aufhob und ihn von der Schlernspitze bis hinunter auf die Seiser Alm schleuderte.
Dort könnt ihr noch heute diesen haushohen Fels bestaunen, auf dem eine wunderschöne Lärche wächst.

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